Anleitung zur HDR-Fotografie

Die HDR-Fotografie wird im Bereich der digitalen Fotografie immer beliebter. Wollen Sie auch tolle HDR-Bilder erstellen, müssen Sie zwei Schritte abarbeiten: Erstens das Erstellen von Belichtungsreihen und zweitens das Zusammenfügen dieser Bilder mit einem HDR-Programm am Computer. Wer diesen Aufwand nicht scheut, wird nach getaner Arbeit mit beeindruckenden Bildern belohnt.

Um ein High Dynamic Range Image zu erzeugen, sollten Sie über eine Digitalkamera verfügen, die einen manuellen Modus besitzt oder idealerweise eine automatische Belichtungsreihe aufnehmen kann. Wer in der HDR-Fotografie noch großes vorhat, greift am besten gleich zu einer digitalen Spiegelreflex Kamera. Doch für den Anfang genügt auch eine normale Kompaktkamera. Das wichtigste Hilfsmittel darf natürlich auch nicht fehlen: ein Stativ.

Im Laufe der letzten Jahre haben sich verschiedene Methoden / Vorgehensweisen etabliert, um die benötigten Belichtungsreihen für ein HDR-Bild zu erzeugen. Das Problem welches sich immer wieder stellt, ist die Frage, wie viele unterschiedlich belichtete Fotos man in einer Belichtungsreihe benötigt, um den vollen Kontrast eines Motivs einzufangen. Die folgende Methode erweist sich daher am sinnvollsten, um dieses Problem zu lösen.

Beginnen Sie als erstes mit der Spotmessung Ihrer Kamera die dunkelste Stelle im Motiv zu messen und danach die hellste. Die gerade ermittelten Verschlusszeiten geben die Anzahl der benötigten Aufnahmen vor. Beispiel: Für einen dunklen Bereich im Motiv haben Sie eine Belichtungszeit von 1/15 Sekunde gemessen, für eine helle Stelle eine Belichtungszeit von 1/1000 Sekunde. Wenn wir davon ausgehen, dass wir zwischen den Aufnahmen einen Belichtungsabstand von 2 LW benutzen, ergeben sich 3 unterschiedlich belichtete Fotos, die wir anfertigen müssen.

Als nächstes stellen Sie die Kamera auf den manuellen Modus. Es ist wichtig, dass die Einstellungen der Kamera die ganze Zeit gleich bleiben, insbesondere die ISO-Empfindlichkeit und die Blende. Die Kamera auf ein Stativ montiert, beginnt man nun die vorher ermittelte kürzeste Verschlusszeit einzustellen und das erste Bild zu machen. So verfahren Sie, bis Sie die längste Belichtungszeit erreicht haben. Wichtig dabei ist, möglichst wenig zu verwackeln. Ein Fernauslöser kann hier wahre Wunder bewirken.

Wenn Sie eine Kamera mit automatischer Belichtungsreihe besitzen, können Sie sich einiges an Arbeit ersparen. Das Problem bei den meisten Kameras ist nur, dass die Anzahl der Bilder einer Aufnahmeserie beschränkt ist oder sich der Belichtungsabstand in einem zu geringem Maße einstellen lässt. Daher muss dann meistens doch alles manuell eingestellt werden, so wie oben beschrieben.

Der nächste Schritt ist das Erstellen eines HDR-Bildes am PC. Für die Aufgabe gibt es am Markt die verschiedensten Programme. Ein sehr empfehlenswertes ist Photomatix Pro von HDRsoft. Dieses Programm wird gerne von Einsteiger in der HDR-Fotografie eingesetzt, da es sehr einfach zu bedienen ist, aber gleichzeitig auch zu ganz ansehnlichen Resultaten führt. Eine zeitlich unbeschränkte Version kann von der Herstellerseite heruntergeladen werden.

Eine zweite Software, die häufig eingesetzt wird, ist Photoshop von Adobe. Der Vorteil liegt auf der Hand: es muss nur ein Programm benutzt werden, der alles beinhaltet. So bietet Photoshop seit Version CS2 eine integrierte HDR-Funktion an. Diese wurde allerdings bis zur Version CS4 kaum geändert. Erst seit Version CS5 hat sich einiges getan. Nichtsdestotrotz eignet sich die HDR-Funktion sehr gut, um zu ganz passablen und vor allem natürlichen Ergebnissen zu kommen. Mit der anschließenden Bildbearbeitung in Photoshop selbst, kann aus dem Bild noch einiges heraus geholt werden.

Der Vorgang zur Erstellung von HDR-Bildern ähnelt sich in den meisten Programmen. So wird als erstes die unterschiedlich belichteten Fotos der Belichtungsserie ausgewählt und Voreinstellungen getroffen. Photomatix Pro bietet dazu unter anderem eine Option, wie die Bilder genau übereinander gelegt werden, ebenso Einstellungen zur Unterdrückung von Geisterbildern. Anschließend wird die Bildserie zu einem 32 Bit HDR-Bild verarbeitet und eine Vorschau desselben angezeigt, in der zum Beispiel das Bild auf Fehler überprüft werden kann.

Dieses 32 Bit HDR-Bild sieht zunächst noch etwas nüchtern aus, was sich aber mit dem anschließenden Tonemapping ändern wird. Denn da Bildschirme nicht in der Lage sind, den hohen Kontrast eines HDR-Bildes darzustellen, kann nur immer ein Helligkeitsbereich angezeigt werden. Mit dem Tonemapping-Verfahren wird dieses Bild dann so komprimiert, dass es auf normalen Ausgabegeräten wie Monitor oder Drucker darstellbar ist. Außerdem verleiht dieses Verfahren den HDR-Bildern ihr typisches Aussehen.

Das Tonemapping ist in der HDR-Fotografie eines der problematischsten Stellen, da durch die Einstellungsvielfalt die heutige Software zu bieten hat, den Gelegenheitsanwender doch hin und wieder zu Verzweiflung bringt. Eine genaue Anleitung plus etwas Experimentierfreude führt hier meistens dennoch zum Erfolg.