Die grenzenlose Faszination der HDR-Fotografie

Die HDR-Fotografie ist seit einiger Zeit in aller Munde. Kannte man bis dato nur Fotos, wie sie aus jeder gewöhnlichen Digitalkamera kommen, wirken diese neuartigen Bilder wie aus einer anderen Dimension. Hat man sie einmal gesehen, entwickelt man schnell den Wunsch, selbst solche zauberhaften Bilder zu erstellen. Doch was hat es mit dem Begriff „HDR“ auf sich?

„HDR“ ist die englische Abkürzung für High Dynamic Range und meint damit nichts anderes, als einen hohen Kontrastumfang. Der in der Natur vorkommende, sehr hohe Kontrast, ist von heutigen Kameras kaum zu bewältigen. Statt von einer Szene ein Foto zu machen, geht die HDR-Fotografie einen anderen Weg. Hier werden von einem Motiv mindestens zwei unterschiedlich belichtete Aufnahmen gemacht. Je höher der Kontrast des Motivs, desto mehr Bilder werden benötigt. Diese sogenannte Belichtungsreihe wird dann später am PC mit einem HDR-Programm (beispielsweise mit Photomatix Pro oder mit der integrierten HDR-Funktion von Photoshop) zu einem HDR-Bild zusammengesetzt.

Zwar wollen viele Menschen solche faszinierenden HDR-Bilder erstellen, doch haben die meisten ihre Probleme damit. Die zwei größten Stolpersteine sind dabei zum einen das Erstellen von Belichtungsreihen:

liest man dabei oft in diversen Foren.

Das andere Problem ist die HDR-Software, also die Programme, mit denen Sie Ihre HDR-Bilder erstellen. Diese bieten für das sogenannte „Tonemapping“ (verpassen dem Bild ihr typisches Aussehen) eine Menge Einstellungsmöglichkeiten, wodurch sich viele überfordert fühlen und dann aufgeben. Selten ist den Anwendern bekannt, was die einzelnen Regler und Einstellungen überhaupt bedeuten bzw. bewirken. Den Software-Herstellern ist dabei wenig vorzuwerfen, ist doch das Tonemapping ein mathematisches Verfahren und deshalb entsprechend schwer, dies leicht für jedermann umzusetzen.

Ein empfehlenswertes Programm zum Erzeugen von HDR-Bildern ist Photomatix Pro von HDRSoft. Unter den HDR-Programmen ist es eines der beliebtesten, da es durch eine einfache Benutzerführung glänzt und damit selbst für HDR-Einsteiger möglich ist, beeindruckende HDR-Bilder zu erstellen. Eine zeitlich unbeschränkte Testversion kann von der Herstellerseite heruntergeladen werden.

Wer im Besitz von Photoshop ist, braucht deshalb nicht gleich ein HDR-Programm zu kaufen. Denn seit der Version CS2, bietet Photoshop eine integrierte HDR-Funktion an. Damit ist es möglich, sehr schöne, natürlich wirkende HDR-Bilder zu erzeugen. Und da Photoshop ein vollständiges Bildbearbeitungsprogramm ist, können Sie direkt nach dem Tonemapping Ihrem HDR-Bild den letzten Schliff verpassen.

Dabei ist die HDR-Fotografie nicht nur ein Thema für Profis, wie häufig geglaubt wird. Auch Sie, egal ob Anfänger in Sachen digitale Fotografie, Hobby-Fotograf oder Fortgeschrittener, für jeden ist es möglich, beindruckende HDR-Bilder zu erstellen. Selbst Ihre (günstige) Einsteiger-Kamera sollte Sie nicht daran hindern. Im Grunde ist es möglich, mit jeder Kamera HDR-Fotos zu erstellen. Natürlich gibt es dann hier und da Einschränkungen, aber für den Anfang genügt auch eine Einsteiger-Kamera. Besitzer einer digitalen Spiegelreflexkamera sollten damit überhaupt keine Probleme haben.

Von solchen Hindernissen dürfen Sie sich aber nicht abschrecken lassen. Mit der richtigen Anleitung und ein wenig Verständnis, sollten Sie keine Probleme haben schon bald, Ihre eigenen, tollen HDR-Bilder zu Erstellen.

Die Vorteile der HDR-Fotografie liegen klar auf der Hand. Kennen Sie auch die Situation, wenn Sie zum Beispiel Landschaftsbilder aufnehmen und die Landschaft dabei richtig belichten, dann der Himmel aber völlig überstahlt erscheint und damit all die schönen, strukturstarken Wolken im Nichts verschwinden. Das liegt an den heutigen Kamerasensoren, die diesen hohen Kontrast (zwischen Himmel und Erde) nicht bewältigen können.

hdr-kircheMit der HDR-Fotografie gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Denn da wir unterschiedlich belichtete Aufnahmen unseres Motivs machen, sind später im fertigen HDR-Bild alle Bereiche korrekt belichtet. So werden zum Beispiel bei Innenaufnahmen in der Kirche Details sichtbar, die Sie niemals für möglich gehalten haben. Und da Sie in den Programmen das Tonemapping ganz genau steuern können, passen Sie das Bild Ihren Wünschen entsprechend an – entweder den eher surrealistischen, gemäldeartigen Bildeindruck (HDR-Look) oder doch eher ein natürlicheres Aussehen – Sie haben die Wahl!